Deutscher Gewerkschaftsbund

31.05.2018

Mobilitätskosten: Auszubildende in Mecklenburg-Vorpommern leiden unter hohen Kosten

Arbeitgeber zur Kasse bitten!

Hohe Mobilitäts- und Unterkunftskosten belasten im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern vor allem Auszubildende mit niedrigen und mittleren Ausbildungsvergütungen. Die Regierungskoalition bringt heute im Schweriner Landtag den Vorschlag ein, bei Zuschüssen die Bemessungsgrenze zu erhöhen, derzeit liegt sie noch bei einer Ausbildungsvergütung von 500 Euro - Auszubildende, die eine höhere Ausbildungsvergütung als 500 Euro bekommen, sind daher bisher von einer Förderung ausgeschlossen.

 

„Das Anheben der Bemessungsgrenze ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch es ist keine adäquate Antwort auf das strukturelle Problem der niedrigen Ausbildungsvergütungen, die vor allem im Handwerk und im Hotel- und Gaststättengewerbe von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gezahlt werden. Eine angemessene Mindestausbildungsvergütung und ein flächendeckendes Azubi-Ticket wären zielführender - hier aber sind die Arbeitgeber gefragt. Sie verprellen sonst die Fachkräfte, auf die sie dringend angewiesen sind“, erklärt der Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend, Friedrich Gottschewski, zur Novellierung der „Richtlinie zur Gewährung von Zuschüssen des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Schülerinnen und Schüler beruflicher Schulen zu den Kosten der Unterbringung sowie zu Fahrtkosten bei notwendiger auswärtiger Unterkunft“.

 

Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord, weist auf das Problem derjenigen Auszubildenden hin, die aufgrund niedriger Ausbildungsvergütungen aufstocken müssen: „Eine Frisörin, die 157 Euro Ausbildungsvergütung bekommt, ist zwangsläufig auf Beihilfe durch das Sozialamt angewiesen. Wenn zusätzlich aber ein Zuschuss für Fahrtkosten beim Land beantragt wird, senkt sich die Leistung des Aufstockens. Letztendlich haben die betroffenen Auszubildenden mit sehr niedrigen Ausbildungsvergütungen von der Erhöhung der Bemessungsgrenze nichts gewonnen. Diese Härte muss beseitigt werden. Gerade hier, wo die niedrigsten Löhne Deutschlands gezahlt werden, muss die Mobilität der Beschäftigten und Auszubildenden auch finanziell gefördert werden. Dazu gehören spürbare Beiträge der Arbeitgeber und Kammern."

 

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Günter Beling

DGB Nord Kommunikation
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