Deutscher Gewerkschaftsbund

25.09.2018

Tourismusbranche im Norden: Immer mehr Gäste, immer höhere Gewinne

Rekorde auf dem Rücken der Beschäftigten

Die heutige Statistik zeigt es glasklar: Der Tourismus im Norden boomt, die Zuwachsraten sind teilweise zweistellig. „Ganz anders sieht es bei den Löhnen und Arbeitsbedingungen aus - die sind leider im Keller. Ob in Schleswig-Holstein, Hamburg oder Mecklenburg-Vorpommern: Das Gastgewerbe macht gute Geschäfte, aber auf dem Rücken der Beschäftigten. Sie brauchen endlich Anerkennung und Wertschätzung. Geld, Arbeitszeiten und Ausbildungsbedingungen müssen stimmen. Gerade die Auszubildenden werden vielfach immer noch als billige Arbeitskräfte missbraucht. Ohne humane Arbeitsbedingungen und Tariflöhne werden aber immer mehr Stellen unbesetzt bleiben. Als Niedriglohnbranche hat der Tourismus im Norden keine Zukunft“, so Herbert Grimberg, Vorsitzender des Landesbezirkes Nord der Gewerkschaft NGG, zur Entwicklung der Tourismuszahlen im Norden.

 

Die Mindestlohnkontrolleure des Zolls würden immer wieder Betrügereien der Arbeitgeber aufdecken, so Grimberg: „Besonders mies geht es dort zu, wo es keinen Betriebsrat und keinen Tarifvertrag gibt.  Wir brauchen im Gastgewerbe endlich einen Tarifvertrag für alle, auch in den kleineren und mittleren Unternehmen. Pensionen, Hotels und Gaststätten dürfen keine rechtsfreien Räume sein.“ Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls müsse durch flächendeckende Prüfungen und hohe Strafen klarmachen, dass Lohnraub eine Straftat sei: „Das Gastgewerbe ist die Billiglohnbranche Nummer 1, sie braucht eine Qualitätsoffensive und keine Jubelchöre von Verbandsvertretern und Ministern. Für bessere Entlohnung, Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Ausbildungsbedingungen müssen auch die Wirtschaftsminister der Länder bei ihrer Aufsicht und in ihrer Wirtschaftsförderung mehr tun.“

 

Zwei von drei Arbeitnehmern in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen arbeiten mehr als 45 Stunden in der Woche; vielfach werden Überstunden nicht entlohnt oder ausgeglichen.

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

 

 

Günter Beling

DGB Nord Kommunikation
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