Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 07.03.2016 - 07.03.2016
Gewerkschaftsfrauen fordern mehr Arbeitszeitsouveränität für Beschäftigte

Internationaler Frauentag 2016

Recht auf Rückkehr in den Vollzeitjob

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) eine Offensive von Bund und Ländern für mehr Arbeitszeitsouveränität der Beschäftigten. Frauen sollen das Recht erhalten, eine befristete Teilzeitarbeit zu verlangen und aus der Teilzeit wieder auf eine Vollzeitstelle zurückkehren zu können.

Der DGB ermittelte: Jeder zehnte Beschäftigte ist mit seiner Arbeitszeit unzufrieden – unabhängig, ob Frau oder Mann. Vor allem Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen und in Teilzeit möchten ihre Arbeitszeit gerne ausweiten, immer mehr Männer ihre Stundenzahl reduzieren.

„In kaum einem anderen EU-Land ist die Arbeitszeit zwischen den Geschlechtern so ungleich verteilt wie in Deutschland. Jede zweite weibliche Beschäftigte in Schleswig Holstein arbeitet in einem Teilzeitjob - oft ihr gesamtes Leben lang“, so Lisanne Straka vom DGB Nord: „In Hamburg und Mecklenburg Vorpommern sind mehr als 40 Prozent der Frauen in oftmals ungewollter Teilzeit beschäftigt. Die steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen bedeutet am Ende: Mehr Frauen arbeiten immer weniger und teilen sich den Kuchen untereinander auf. Und das ist mit handfesten Nachteilen beim Einkommen, bei der Karriere und der sozialen Absicherung verbunden.“

Damit die Wünsche und Bedarfe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer realisiert werden können, müssten sie auf ihre Arbeitszeiten Einfluss nehmen und über Dauer, Lage und Takt ihrer Arbeitszeit mitbestimmen können, so Straka: „Kurz: Sie brauchen Arbeitszeitsouveränität. Ohne einen gesetzlichen Rahmen lässt sich das nicht verwirklichen. Die im Koalitionsvertrag des Bundes festgeschriebene Weiterentwicklung des Teilzeitrechts muss schleunigst umgesetzt werden.“

Die Gewerkschaften setzen am internationalen Frauentag ein Zeichen und fordern: 

•   ein Recht, aus der Teilzeit wieder zurückzukehren. Wer raus will aus der Teilzeitfalle, soll auch einen gesetzlichen Anspruch darauf haben;

•   ein Recht auf befristete Teilzeit. Damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit nach Bedarf auch wieder aufstocken können und auch Männer sich trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Doch für eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbsarbeit bedarf es noch mehr, denn viele Beschäftigte würden unter anderen Lebensumständen gerne mehr arbeiten. „Familiäre Verpflichtungen und unzureichende Betreuungsangebote für Kinder oder Pflegebedürftige sind häufig der Grund für einen Teilzeitjob. Aber auch der Partnerschaftsstatus sowie die Aufteilung der Fürsorge- und Hausarbeit beeinflussen das Arbeitsvolumen von Frauen. Eine echte Chance auf eine partnerschaftliche Verteilung von Erwerbs-, Fürsorge- und Hausarbeit gibt es nur mit entsprechenden Rahmenbedingungen“, führt Straka weiter aus.

Deswegen fordern Gewerkschaften:

  • eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und flächendeckende Betreuung für Kinder und Pflegebedürftige, die eine Erhöhung der Arbeitszeit von Beschäftigten mit Fürsorgeverantwortung möglich macht. 
  • Anreize für eine partnerschaftliche Arbeitszeitverteilung, damit Pflege-, Erziehungs- und Hausarbeit nicht allein in der Verantwortung der Frauen liegt.
  • öffentlich geförderte haushaltsnahe und personenbezogene Dienstleistungen, die Entlastung im Haushalt und damit Zeitressourcen schaffen.

 

Die Zahlen für Mecklenburg-Vorpommern

Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Stand Juni 2015

 

Sozialversicherungspflichtige Frauen in Teilzeit:       123.498 (Männer:  30.070)

Sozialversicherungspflichtige Frauen in Vollzeit:      162.402 (Männer: 237.520)

Geringfügig entlohnte Frauen:                                 46.736 (Männer:   38.292)

  

Weitere Informationen unter www.nord.dgb.de


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