Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 04-2015 - 29.04.2015

Auswirkungen des Mindestlohns in Mecklenburg-Vorpommern

Im Lohnkeller tut sich etwas

Seit 1. Januar diesen Jahres wirkt der Mindestlohn. Damit hat die Bundesrepublik als 22. EU-Land eine der wichtigsten Arbeitsmarkt- und Sozialreformen der Nachkriegszeit in Angriff genommen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) legt nun eine erste Kurzstudie zu den Auswirkungen des Mindestlohns auf den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern vor. Einige Ergebnisse:

  • Keiner der verfügbaren Indikatoren weist in Mecklenburg-Vorpommern auf negative Beschäftigungswirkungen nach der Einführung des Mindestlohnes hin.
  • Es ist wahrscheinlich, dass  vermehrt Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt worden sind. Ein durchaus willkommener Effekt, da hierüber die soziale Absicherung der Beschäftigten steigt und das soziale Sicherungssystem stabilisiert wird.
  • Branchen und Wirtschaftsbereiche, die vom Mindestlohn besonders betroffen sind, bauen überdurchschnittlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf.
  • Auch ein Ausweichen in die sogenannte „Schwarzarbeit“ lässt sich insgesamt nicht feststellen, da es insbesondere in den besonders betroffenen Branchen einen erheblichen Beschäftigungszuwachs gibt.
  • Die Ausnahme vom Mindestlohn für Langzeitarbeitslose hat sich offensichtlich nicht bewährt – es sind keine signifikanten Mehreinstellungen der Unternehmen aufgrund von Niedriglohn für diese Gruppe erkennbar.

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord): „Der Mindestlohn schadet dem Arbeitsmarkt im Norden nicht – er nützt unserer Volkswirtschaft und muss seine positive Wirkung weiter entfalten. Die Arbeitgeberlobby und Teile der Union sollten ihren Bürokratiemonsterkampagne beenden. Niedriglohnfirmen sollten damit aufhören, ihre Probleme immer wieder mit dem Mindestlohn zu verknüpfen. Das Aufschreiben von Arbeitszeiten ist und bleibt Pflicht. Nur so kann wirksam verhindert werden, dass Arbeitnehmer um ihren Lohn betrogen werden. Die hohe Zustimmung zum Mindestlohn hierzulande ist nicht nur ungebrochen, sondern steigt auch nach Einführung des Mindestlohns noch weiter: 86 Prozent der wahlberechtigten Deutschen halten die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro für richtig. Kaum ein Gesetz der Bundesregierung erreicht so hohe Zustimmungswerte. Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Mindestlohn auf dem Weg zu mehr Beschäftigung. Im Lohnkeller tut sich etwas – und das ist gut so.“

Die Kurzstudie zum Download:


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