Deutscher Gewerkschaftsbund

09.01.2017

G20-Gipfel in Hamburg

 

Die Gewerkschaften aus den G20-Ländern haben den „L20“-Prozess (Labour 20) begonnen, der zum offiziellen Programm der deutschen G20-Präsidentschaft mit dem Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg gehört.  

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Das Motto der G20 lautet: ´Eine vernetzte Welt gestalten´.  Dazu gehören eine faire Globalisierung, sichere Jobs sowie eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen aus Handel und Wachstum. Der Dialog der Regierungen mit den Gewerkschaften ist wichtig, denn die internationale Koordinierung der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik muss wiederbelebt werden. Die Gewerkschaften wollen die Chance nutzen, neue Regeln in den Industrie- und Schwellenländern allgemeinverbindlich zu machen. Da gibt es eine Bringschuld der Bundeskanzlerin."

Bis zum G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg werden die L20 ihre gemeinsamen Positionen und Forderungen formulieren. Im Mittelpunkt wird die faire Gestaltung der Globalisierung stehen. Schwerpunkte sind Wachstum und Beschäftigung, Einkommensverteilung sowie die Verantwortung der Unternehmen entlang der Lieferketten. Angela Merkel hatte sich mehrfach öffentlich und auch gegenüber den Gewerkschaften dafür ausgesprochen, dass Unternehmen mehr Verantwortung für die Arbeitsbedingungen zeigen müssen. Am 16. und 17. Mai 2017 wird sich die Bundeskanzlerin dazu im Rahmen des L20-Gipfels zu einem Dialogforum mit den Gewerkschaften treffen. 

Der DGB drängt darauf, dass sich die G20-Staaten intensiv mit der skandalösen Unterdrückung der vielen Millionen Beschäftigten in aller Welt entlang der Lieferketten beschäftigen und sich um die Verpflichtung zu Lohnmechanismen kümmern, die für einen existenzsichernden Mindestlohn und Tarifverhandlungen gebraucht werden. Auch Steuergerechtigkeit, Investitionen in Qualifizierung, Strategien für nachhaltige Entwicklungsziele, Klimaschutz und eine inklusive technologische Entwicklung sind unverändert nötig. Gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden (Business20, B20) ist außerdem eine Stellungnahme zur Digitalisierung geplant, die anlässlich des G20-Gipfels den Staats- und Regierungschefs übergeben werden soll.

 

Hintergrund:

Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an. Die Länder sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA. An den G20-Gipfeln nehmen regelmäßig auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Vereinten Nationen (UN) und weitere Organisationen teil.Die G20-Staaten stehen für zwei Drittel der Weltbevölkerung, 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt und 80 Prozent des Welthandels. Zum Vergleich: Beim Treffen der G7 kommen nur die sieben reichsten Länder der Welt zusammen, die zehn Prozent der Weltbevölkerung und weniger als die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung vertreten.

Labour 20 (L20) vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Ebene der G20. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Gewerkschaften der G20-Länder sowie den internationalen Branchengewerkschaftsverbänden (GUFs) und wird von ITUC und TUAC koordiniert. Seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 beteiligt sich die L20 am zwischenstaatlichen Prozess der G20, um gemeinsam mit der Wirtschaft (B20), der Zivilgesellschaft (C20) und der Jugend (Y20) als eine der offiziellen "Outreach-Gruppen" für einen integrativen und konstruktiven Dialog über ‘Beschäftigung und Wachstum’ zu sorgen.

Die L20 übermittelt bei Konsultationen mit der „Task Force Beschäftigung“ und den Treffen der „Sherpas, bei den Zusammenkünften der Arbeits- und Finanzminister und den G20-Gipfeln die Schlüsselbotschaften der Gewerkschaften. Die gemeinsamen Konsultationen der Sozialpartner mit den Staats- und Regierungschefs sowie mit den Finanz- und Arbeitsministern bilden einen integralen Bestandteil des G20-Prozesses.

 

Mehr Informationen zu Labour 20 unter www.dgb.de/l20

 

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

 

 

Günter Beling

DGB Nord Kommunikation
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