Deutscher Gewerkschaftsbund

28.07.2017

Mehr arbeiten für weniger Geld

„Mecklenburg-Vorpommern braucht deutlich mehr Arbeitgeber, die jetzt handeln und ordentliche Tarifverträge abschließen. Sonst rutscht das Land im Wettbewerb um Fachkräfte weiter ab: Mehr arbeiten für weniger Geld – das ist keine verlockende Perspektive für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf in den Unternehmen des Landes“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, zur jüngsten Arbeitszeitstudie des WSI-Tarifarchivs. Demnach sind in Ostdeutschland bereits die tariflichen Wochenarbeitszeiten mit 38,7 Stunden im Schnitt eine Stunde länger als in Westdeutschland. Gegenüber der tariflichen Wochenarbeitszeit liegt aber die tatsächlich geleistete Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten bundesweit sogar bei 43,5 Stunden, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Jahr 2016. Ein Grund: In Firmen ohne Tarifbindung wird deutlich länger gearbeitet – bei niedrigeren Bezügen. Außerdem bieten Tarifverträge häufig arbeitszeitmindernde Flexibilisierungs- und Ausnahmeregelungen. In Mecklenburg-Vorpommern zahlt nur etwa jede fünfte Firma Tariflohn, in Westdeutschland ist es jede dritte.

 

Nach den großen Erfolgen der Arbeitszeitverkürzung in den 80er und 90er Jahren habe sich die durchschnittliche tarifliche Wochenarbeitszeit kaum positiv weiterentwickelt, so der DGB Nord: Nur gut ein Fünftel aller Tarifbeschäftigten (21,2 Prozent) hat eine vereinbarte Wochenarbeitszeit von 35 Stunden und weniger. In Westdeutschland sind es 23,5 Prozent, in Ostdeutschland nur 9,1 Prozent. Nach wie vor 40 Stunden und mehr sind bei 13,5 Prozent aller Tarifbeschäftigten vereinbart. Während dies in Westdeutschland nur noch für 8,3 Prozent gilt, haben in Ostdeutschland noch 40,2 Prozent aller Tarifbeschäftigten eine 40-Stunden-Woche.

 

Die Mitteilung des Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung mit Tabelle und Abbildungen (PDF) finden Sie hier: https://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2017_07_27.pdf     

 

 

 

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

 

Günter Beling

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