Deutscher Gewerkschaftsbund

Demokratiefest Neubrandenburg

Neubrandenburg belebt eine Tradition neu

Demokratiefest Neubrandenburg

DGB

   

1890, wurde zum ersten Mal am 1. Mai in Deutschland für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Aus der Taufe gehoben wurde der Maifeiertag indes ein Jahr zuvor in Paris. Führende Sozialisten Frankreichs hatten zum 14. Juli 1889 in die Seine-Metropole zu einem internationalen Arbeiterkongress eingeladen. Rund 390 Delegierte gründeten die zweite Sozialistische Internationale und riefen zu weltweiten Demonstrationen am 1. Mai 1890 auf.

Im deutschen Reich galt am 1. Mai 1890 noch das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (Sozialistengesetz) von 1878, mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck die Arbeiterbewegung vernichten wollte. Um keine erneute Verlängerung des gesetzlichen Knebels zu provozieren, hatte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion von einer allgemeinen Arbeitsruhe am 1. Mai 1890 abgeraten. In einigen Städten setzte sich die Parteilinie nicht durch, Zehntausende legten die Arbeit nieder und demonstrierten, viele von ihnen wurden deshalb zeitweise ausgesperrt.

Nach dem Ende der Monarchie in Deutschland 1918 begann für den Maifeiertag ein neues Kapitel. Am 1. April 1919 beschloss die Weimarer Nationalversammlung mit einem Gesetz, den 1. Mai 1919 als allgemeinen Feiertag zu begehen. In den folgenden Jahren scheiterten Vorstöße, ihn reichsweit als gesetzlichen Feiertag zu etablieren. Erfolgreich war man nur in einigen Ländern: in Braunschweig (hier wurde er 1931 wieder abgeschafft), in Hamburg, Lübeck, Sachsen und Schaumburg-Lippe.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der 1. Mai am 10. April 1933 per Gesetz zum bezahlten „Feiertag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 zerschlugen die Nationalsozialisten die Freien Gewerkschaften. Am 27. Februar 1934 machte ein Gesetz den 1. Mai zum „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte am 1. Mai wieder im Geiste der freien und demokratischen ArbeitnehmerInnenbewegung gefeiert werden. Die mit brutaler Gewalt der Nazis zerschlagenen Gewerkschaften entstanden neu. Mit großen Maikundgebungen knüpften die Gewerkschaften 1946 an die alte Tradition an.

Die Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger haben es geschafft, eine Tradition neu zu beleben.

Am 1. Mai steht die Innenstadt jedes Jahr ganz im Zeichen des Demokratiefestes. Ein Familienfest der besonderen Art.
Der DGB als Veranstalter stellt dafür ein buntes Programm aus Politik, Sport, Information, Unterhaltung und ganz vielen Aktivitäten zusammen. Und mit besonderen Aktionen soll auch der politischen und traditionellen Bedeutung des „Tags der Arbeit“ Rechnung getragen werden.

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