Deutscher Gewerkschaftsbund

07.01.2019

Mindestlohn sorgt für mehr Lohn und Beschäftigung – Gesetzgeber muss Tarifbindung stärken

Neue DGB-Analyse vier Jahre nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 (damals 8,50 Euro) haben viele Menschen im Norden mehr Geld in der Tasche, wie eine neue DGB-Auswertung zeigt.

 

Uwe Polkaehn, Vorsitzender DGB Nord: „Der Mindestlohn ist ein voller Erfolg. Entgegen den Unkenrufen von Arbeitgebern und Wirtschaftsforschern ist die Beschäftigung nicht gesunken. Im Gegenteil; die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist heute auf einem Höchststand. Der Mindestlohn hat den privaten Konsum angekurbelt und so zum aktuellen Aufschwung beigetragen.“

 

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit belegen die positiven Effekte des Mindestlohns. Sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch die Löhne haben sich in Mecklenburg-Vorpommern seit Anfang 2015 positiv entwickelt.

Bis Ende September 2018 lag das Plus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Mecklenburg-Vorpommern bei 7,9 Prozent. Besonders hoch war der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Teilzeit- und Vollzeit-Beschäftigung (ohne Minijobber) im Gastgewerbe mit 26,7 Prozent. Ordentlich zugelegt hat auch der Bereich Pflege mit 17,2 und das Baugewerbe mit 9,0 Prozent.

Für Un- und Angelernte bedeutet der Mindestlohn mehr Geld in der Tasche, in Mecklenburg-Vorpommern seit dessen Einführung 15,3 Prozent. Das bedeutet einen jährlichen Anstieg von 4,1 Prozent.

 

„Aber auch der neuen Mindestlohn ist nur die untere Haltelinie. Gut leben kann davon niemand. Tarifverträge sind daher das wichtigste Instrument zur Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen – die Tarifflucht der Arbeitgeber muss endlich gestoppt werden. Dass dazu auch Regierungen und Parlamente einen Beitrag leisten können, etwa durch Allgemeinverbindlichkeitserklärungen, in der Wirtschaftsförderung und durch tariftreue Vergaben, hat Mecklenburg-Vorpommern bereits vorbildlich gezeigt“, so Uwe Polkaehn.  

 


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen mehr als 400.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

Thomas Ritter

DGB Bezirk Nord

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