Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 10-2013 - 11.09.2013
GUTE ARBEIT! SICHERE RENTE! SOZIALES EUROPA! AKTIVER STAAT!

13.000 Menschen demonstrieren für den Politikwechsel

 

Bei einer Großkundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und seiner acht Mitgliedsgewerkschaften in Hannover sind 13.000 Tausend Menschen für einen Politikwechsel auf die Straße gegangen. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl forderten sie unter dem Motto "GUTE ARBEIT. SICHERE RENTE. SOZIALES EUROPA. AKTIVER STAAT" eine Politik, die die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärker berücksichtigt. Mit zahlreichen bunten Aktionen forderten sie gute Arbeitsplätze anstelle von perspektivlosen Jobs und Niedriglöhnen, sichere Renten statt Altersarmut, ein soziales Europa anstelle von Sozialabbau und einen aktiven Staat anstelle von Reichtum für einige wenige. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren mit 120 Bussen und einem Sonderzug aus ganz Norddeutschland zur Demonstration gekommen.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske kritisierte in seiner Rede auf dem Opernplatz, dass die Arbeitsverhältnisse sich in den letzten Jahren für immer mehr Menschen drastisch verschlechtert hätten, und forderte bessere Spielregeln auf dem Arbeitsmarkt: "Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro pro Stunde. Die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen in den Branchen muss erleichtert werden. Und wir brauchen verlässliche und Existenz sichernde Beschäftigung, gleiche Bezahlung für Leiharbeit. Schluss mit den sachgrundlosen Befristungen und der Schutzlosigkeit von Mini-Jobs."

Helga Schwitzer, Vorstandsmitglied der IG Metall, warf der Bundesregierung vor, die falsche Rentenpolitik zu betreiben: "Nicht einmal jeder Dritte kann sich vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten. 42 Prozent fürchten, dass ihre Rente später nicht reicht." Die Entscheidung für die Rente mit 67 Jahren sei falsch, betonte sie und forderte stattdessen flexible Ausstiegsmöglichkeiten: "Dazu gehören eine neue Altersteilzeit und die Möglichkeit, nach 40 Versicherungsjahren ab dem 60. Lebensjahr abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Das Rentenniveau müsse wieder angehoben und solidarisch finanziert werden. Es ist doch ein Armutszeugnis und ein Verstoß gegen die Menschenwürde, wenn nach 30 oder  40 Jahren Arbeit nur noch der Gang zum Sozialamt bleibt“, sagte Schwitzer.

Serena Sorrentino, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft CGIL in Italien, machte in ihrer Rede deutlich, dass bei den Wahlen am 22. September jene Kräfte gestärkt werden müssten, die auf sozialen Zusammenhalt in Europa setzten: "Kommt es anders, so wird der Weg hin zu einem demokratischen und sozialen Europa sehr viel mühevoller sein. Kein europäisches Land sollte denken, seine Probleme alleine lösen zu können – angesichts der drastischen Krise, die wir derzeit durchleben. Dies gilt auch für die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften."

Der Hauptgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Gesamtverbandes, Dr. Ulrich Schneider, bezeichnete die Vermögensverteilung in Deutschland als "geradezu obszön" und forderte einen steuerpolitischen Kurswechsel: "Wenn die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens für sich horten, dann ist Umverteilung nötig und möglich. Sehr hohe Einkommen und sehr hohe Vermögen müssen in die Pflicht für unser Gemeinwesen genommen werden – durch eine Vermögenssteuer, die stärkere Besteuerung großer Erbschaften und höherer Spitzensteuersätze in der Einkommenssteuer. Nur so gewinnt der Staat Handlungsspielraum, um wirtschaftlichen Erfolg bei gleichzeitiger Sicherung sozialer Standards zu ermöglichen."

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord): „Seit dem TV-Duell nimmt der Wahlkampf doch noch Fahrt auf. In vielen Betrieben wird diskutiert, wie endlich mehr soziale Gerechtigkeit erreicht werden kann. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen den Politikwechsel – mit dem gesetzlichen Mindestlohn, guter und fair bezahlter Arbeit, einer solidarischen Alterssicherung und einem handlungsfähigen Staat. Wer den Politikwechsel will, muss sein Wahlrecht nutzen und sich einmischen!“


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